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Vatersein im Wandel der Familienstruktur

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Vatersein im Wandel der Zeit  Vortrag im Rahmen der EKB St. Margarethen

 

Unerwartet großen Anklang fand am 25. Februar der Vortrag „Vatersein im Wandel der Zeit“. Die Veranstaltung war ausschließlich den Männern vorbehalten.  Es fanden sich knapp 40 interessierte Männer und Väter ein, die nicht nur aus St. Margarethen anreisten. Leider musste der angekündigte Referent Herr Thomas Weiss, Dilpomierter Kinder- und Jugendlichenpfleger krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Aber wie es für uns St. Margarethener üblich ist, konnten wir rasch Ersatz finden. Hannes Felgitsch, Berater, Coach und Trainer, der sich vor allem auch mit den Rollen von Männern in unserer Gesellschaft auseinandersetzt.

Pünktlich um 20:00 Uhr startete der Vortrag mit einer geschichtlichen Reise über die Rolle des Vaters in den verschiedenen Epochen. Humorvoll und spannend erfuhr Mann, dass zb. bei den Römern der Vater Oberhaupt über die Familie war,  und Kinder nur mit dem Vater verwandt waren. Im Mittelalter kamen dann die Mütter als Verwandtschaft dazu. Der Vater blieb jedoch Oberhaupt, Versorger und Entscheider. Eine gravierende Veränderung setzte mit der Industrialisierung ein: Arbeitsort und Lebensort der Familie wurden getrennt. Die Väter gingen in die Fabriken und waren damit den größten Teil des Tages von ihren Familien getrennt. Sie blieben aber die letzte Instanz in wichtigen Entscheidungen wie: Welchen Beruf erlernen die Kinder, wen dürfen sie heiraten, etc. Große Veränderungen brachten die beiden Weltkriege. In vielen Familien fehlten die Väter über lange Zeit und oft auch dauerhaft. Die Frauen mussten mit allem allein zu Recht kommen. Nach der Rückkehr fanden sich viele Männer mit den neuen Umständen nicht mehr zu Recht. Die gesellschaftliche Entwicklung ging weiter und wurde immer schneller. Anforderungen an Väter wurden vielfältiger. Mann sollte nicht mehr nur Ernährer und (Mit-)Entscheider sein. Mann musste nun auch aktiv Zeit mit den Kindern verbringen, sich kümmern und einbringen. Durch die Empfängnisverhütung kam die Freiheit zu entscheiden, ob man Vater werden will. Viele neue Lebensentwürfe wurden möglich. Wie diese Lebensentwürfe aussehen, unterscheidet sich nur unwesentlich zwischen Frauen und Männern.

Im zweiten Teil des Abends ging es  darum seine eigenen Familiensysteme zu untersuchen. Wie war die Stellung des eigenen Vaters in der Familie, wie sah es bei den Großeltern aus und was gab es für Sprüche, Mottos etc.? Was hat man an Regeln/Grundsätzen übernommen? Dagegen wurden die eigenen Bedürfnisse und Wünsche gestellt. So ergaben sich in mehreren Gruppen interessante Gespräche und ein vielfacher Austausch unter Vätern. In einer abschließenden Fragerunde wurden weitere Aspekte wie Gewaltbereitschaft unter Männern und die Ausprägungen bzw. Ursachen des Patriarchats angesprochen. Ebenso thematisiert wurde das Problem der immer schnelleren Abfolge von Veränderungen im modernen Leben. Dadurch kann man Probleme nicht mehr so lösen, wie Mann es beim eigenen Vater gesehen hat. Aus der anregenden Diskussion ergab sich die Idee einen „Männerstammtisch“ einzuführen. Der Gesprächsabend, an dem ein angekündigtes Thema besprochen wird, soll für alle offen. Ein schönes Beispiel dafür, dass in St. Margarethen viel Initiative in der Bevölkerung vorhanden ist, und die Leitbildentwicklung aus dem letzten Jahr weiter getragen wird und Früchte bringt.

Somit war der erste „Vortrag nur für Männer“ ein voller Erfolg.